setzte zum einen der blockflötist pius strassmann als überragender solist in
den repräsentativen werken virtuose glanzlichter und erwies sich darüber
hinaus als raffinierter rhetorischer gestalter.
telemanns suite für altblockflöte und streicher profitierte nicht nur von
der stupenden fingerfertigkeit des solisten. wenn strassmann etwa erregte
höhepunkte mit einem vibrato akzentuierte, das den barocken trillo zur
flatterzunge steigerte, wirkte die barocke affektsprache auf frappierende
weise zeitgenössisch. Und in zwei arien aus händles opern rinaldo und
ricardo steigerte sich der warme ton des blasinstruments in den
langgezogenen noten zu einer fülle, die in der verschmelzung mit dem sopran
von sara jäggi und in der akustik des kirchenraums zu verschwenderischer
pracht fand...
urs mattenberger, neue luzerner zeitung
geistvoll, und zugleich auf spielerische, ironisch-lustige weise musizierten
pius strassmann (blockflöten) und thomas widmer (gambe) in aussagekräftiger,
zweistimmiger polyphonie. die möglichkeiten der instrumente wurden
wirkungsvoll ausgeschöpft. die blockflöte, die wegen ihres milden tones auch
„flauto dolce“ genannt wird, präsentierte sich nicht nur von ihrer sanften
seite. überblastechnik, flatterzunge, hauchen, pfeifen und spuckiges
anblasen verliehen dem instrument eine besondere note.
heidy mumenthaler, spiezer zeitung
... alles, was man an diesem abend hörte, war etwas neues, etwas, was
entweder aus dem moment entstand oder was man so noch nie gehört hatte. ...
dies war jedoch nicht die einzige überraschnung in diesen werken:
verblüffend gut eingeschobene improvisationen vermochten die sonaten
vortrefflich zu ergänzen. überhaupt waren die improvisationen an diesem
abend immer sehr gut eingebettet in einen zusammenhang und passend nicht
zuletzt deswegen, weil barocke musik – etwa in der gattung der fantasie –
selber auch etwas improvisatorisches hat.
nicole bucher, neue luzerner zeitung
...pius strassmann spielte tastend und experimentierend mit den
barockvorlagen, als wären sie noch formbares material...
urs mattenberger, neue luzerner zeitung
