ich sehe mich veranlasst, mich von allen musikerinnen und musikern zu distanzieren, auch von jeder anderen branche, die die covid-massnahmen als gezielte aktion des staates zur verhinderung und liquidierung der kunst betrachtet: ich persönlich habe lieber ein konzert weniger als einen toten mehr.

was es weiter dazu zu sagen gibt, ist mir nicht klar. das abrutschen in totalitäre denkweisen und verstiegene theorien, auch wenn die ganze politik nicht schlüssig ist und fragen berechtigt sind, halte ich für gefährlich für das individuum, für den staat. das leben ist voller ungereimtheiten, ein denkender künstler, eine denkende künstlerin, sollte in der lage sein, jetzt zu priorisieren, und die eigene befindlichkeit in einen grösseren kontext einzuordnen.

jetzt gilt nur eines: massnahmen einhalten und sofort verstärken. ohne lockdown wird es nicht gehen. mit grosser wahrscheinlichkeit haben wir den dann mitte januar. dank all denen, die es jetzt immer noch nicht so schlimm finden. ich wünsche euch allen herzlich alles gute.

FROHE WEIHNACHTEN IN DER STILLE

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Authorpius strassmann

ich freue mich, nach diesem langen sommerunterbruch, den wir alle so dringend brauchten, die arbeit wieder aufzunehmen. viel glück uns allen im kommenden!

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Authorpius strassmann

lieber konzertbesucherinnen und konzertbesucher

wir möchten sie zu unserem konzert mit musik charpentiers dem komponisten,
der lieber maler werde wollte, ganz herzlich begrüssen.

ein ganz herzlicher dank gebührt den mitarbeitenden der „abendmusik zu st. katharina“,
die uns seit über 20 jahren -wir haben aufgehört, zu zählen- ein konzert am dreikönigs-sonntag ermöglichen. es ist immer wieder eine freude, diesen grossen klangraum in raumklang zu verwandeln.

ich möchte etwas kleines aus dieser musik mit ihnen bedenken: immer wieder schreibt charpentier in der mottete “in nativitatem canticum” h 416 anweisungen wie:

kurze stille
zwei takte stille
hier eine kleine pause

besonders auffällig im orchesterstück „nuit“ in der mitte des werks, das mit einer langen pause die absolute stille nacht zeichnet. oder er komponiert lange pausen wie im zweitletzten chor, zu folgendem text:

o kind du bist verletzlich
du weinst
du frierst
du bist voller liebe

wobei die letzte zeile, als schlussfolgerung aller misslichkeiten besonders berührt.

warum diese stille, dieses schweigen, dieses nichts? vielleicht die bitte, in uns nach antwort zu lauschen, und der musik in den weiten unserer seele heimat zu bieten?

wo stille herrscht
sei du die musik

wo alles verstummt
sei du das wort

wo dunkel dein auge löscht
sei du das bild

- womit wir wieder bei charpentier wären, der statt maler komponist wurde:
er ist doch maler geblieben.

ich wünsche uns allen von herzen ein konzert, das uns berührt, ein konzert der freude.

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Authorpius strassmann

die wäsche muss auch noch gemacht werden, sonst habe ich morgen nichts anzuziehen…und die dort, waren die nicht mal nachbarn?… langsam wird es warm, wir hätten die heizkörper doch nicht aufdrehen sollen… ob das ganze hier nicht zu lang wird…im moment sind die leute sehr beteiligt…bewegst du dich jetzt nicht etwas zu kompensatorisch zu dieser sonate?.. es könnte blöd aussehen… hoffentlich hat mein dogsitter daran gedacht, den hund auch zu füttern…

dann - irgenwann - all diese gedanken verzogen nach unbekannt - es bleibt das im klang sein - klang sein - es bleibt das versunkene, autonome system- der ablauf der musik - es bleibt jeder moment als fläche, ohne zeitlichen verlauf - motorische muster, die sich in klang verwandeln - die rückkehr in den saal am ende des konzertes - erschütterung - “bestürzten aufblicks” (rilke)

es bleibt die gewissheit, dass musik immer klingt, aber wir sie nicht immer hören.

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Authorpius strassmann

das gedicht zeigt sich dort am deutlichsten, am klarsten, wo der faszinierende, nicht aufzuklärende rest des textes uns berührt, uns keine ruhe lässt, sei dies in der bejahung oder in der opposition, in wohlsein oder unbehagen. diesen rest möchte ich auch im gespräch nicht zerstören. ich finde es stets anregend, vielfältigste und verschiedene deutungen zu hören. 

es geht nicht darum, das gedicht „richtig“ zu verstehen, sondern zu merken, was es mich, als leserin, angeht, was es in mir auslöst. es nimmt uns auf oder lässt uns draussen stehen. draussen. ein auch glücklicher ort.

als lyriker beanspruche ich keine deutungshoheit über meine texte.

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Authorpius strassmann


unfassbar die bemerkung thomas gottschalks am „opus klassik 2018“: (einem medien-event zur ankurbelung des klassik-geschäfts) „wenn schon immer frauen am dirigierpult gestanden hätten, hätte man den orchestergraben nicht erfinden müssen.“ 

was sagt er eigentlich, unter der schon beim sprechen aufbrechenden dünnen haut von freundlichkeit und kompliment? er sagt: 

„die menschen würden viel lieber in die oper gehen, wenn sie eine sexy frau sehen würden, die dirigiert.“ - also nicht etwa wegen einer oper, einer inszenierung, einer uns verzaubernden musik, wegen grosser sängerinnen und sänger - nein: der ochestergraben wurde geschaffen, um die hässlichen dirigenten zu verstecken. und die emanzipation der frauen in diesem beruf erfolgt, weil sie vorzeigbar sind. (der moderator bekommt, wie ich hoffe, den opus klassik für nicht mehr zu überbietende inkompetenz im bereich "oper")
.
aschgrau und vulgär. die richtige antwort wäre gewesen: sie sind ein unausstehlicher ignorant, der mich als frau und mein können als dirigentin beleidigt. - dann wäre die bühne zu verlassen gewesen von der dirigentin, gefolgt vom ganzen orchester. 

nur: ein deart obszöner anlass ist selbst durch den skandal nicht mehr zu retten. darum. stehen bleiben und dirigieren. ganz hervorragend dirigieren. alondra de la parra! - und herzliche gratulation all den grossen musikerinnen und musikern, die hier dem geschäft zum frass vorgesetzt werden. sie tun mir leid, den sie haben besseres verdient.

und denkt stets an bartok. wie sagte er doch gleich? “Competitions are for horses, not artists” - wie recht er doch hatte.

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Authorpius strassmann

sbb - kundendienst: eine erfreuliche geschichte

 

vor einiger zeit bin ich am eingang zur unterführung des bahnhofs luzern gestürzt. die glatte metall-abgrenzung war vom regen nass, und ich rutschte. hose kaputt, rücken schmerzend. 

ich habe kontakt mit dem kundendienst aufgenommen, und den vorfall geschildert. man versprach mir, das problem anzugehen. einige wochen später kam ein bild, wie die zone neu rutschfest gestaltet wurde, mit dem hinweis, dass, nach einer phase des ausprobierens, alle bereiche zu den unterführungen so ausgestattet werden sollten. 

ich bin sehr erfreut, dass die mitteilung eines einzelnen so grosse auswirkungen hat, und möchte dem kundendienst luzern der sbb herzlich danken! 

 

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Authorpius strassmann
an den 39. literaturtagen solothurn, lesung aus "blauklang", moderation beat mazenauer. ich freue mich über dieses bild und die schönen erinnerungen an diese tage mit autorInnen, zuhörerInnen und büchern. bild: @fotomtina

an den 39. literaturtagen solothurn, lesung aus "blauklang", moderation beat mazenauer. ich freue mich über dieses bild und die schönen erinnerungen an diese tage mit autorInnen, zuhörerInnen und büchern. bild: @fotomtina

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Authorpius strassmann

ich freue mich, meinen geschätzen kollegen martin stadler
mit seinem sehr interessanten und schönen programm für die blockflöte
zu empfehlen: die reise zu ihm lohnt sich. 

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Authorpius strassmann